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Interview mit Kristel Marbach, Captain vom TS Volley Düdingen und ehem. Captain der Schweizer Nationalmannschaft

13 September 2016

Image Interview mit Kristel Marbach, Captain vom TS Volley Düdingen und ehem. Captain der Schweizer Nationalmannschaft

Was fehlt der Sportförderung heute im Kanton Freiburg?

Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Insbesondere muss zwischen Breiten- und Spitzensport unterschieden werden. Grundsätzlich wünsche ich mir aber, dass die öffentliche Hand gute Rahmenbedingungen für die Arbeit der Sportvereine, welche mehrheitlich auf Freiwilligenarbeit basiert, schafft.

Gute Rahmenbedingungen schaffen bedeutet einerseits, dass der Kanton angemessene Infrastrukturen für die verschiedensten Sportarten anbietet. Im Breitensport ist wichtig, dass die Sportverbände diese zu finanziell tragbaren Mietkosten nutzen können. Hallen sollten im Nachwuchsbereich gratis zur Verfügung gestellt werden. Im Spitzensport ist die Verfügbarkeit von Infrastrukturen ein massgeblicher Faktor für den Erfolg des Sportlers, denn nur so können Trainingseinheiten flexibel und erfolgsorientiert gestaltet werden. Als Volleyballerin hat mich die Nachricht erfreut, dass im Sportzentrum Schwarzsee zusätzlich eine 3-fach Sporthalle erstellt werden soll. Ich habe das Sportzentrum im Sommer besucht und finde toll, dass der Kanton Freiburg eine solch schöne und nützliche Infrastruktur für Schulen und Sportler zur Verfügung stellt.

Andererseits sind Vereine und Sportler auf die finanzielle Unterstützung des Kantons angewiesen. Diese erfolgt im Kanton Freiburg fast ausschliesslich über LoRo-Sport. Ein Ausbau der Unterstützung durch die öffentliche Hand wäre wünschenswert. Es kann nicht sein, dass ehrenamtliche Vereinsleiter und Trainer sich um die Finanzbeschaffung bemühen müssen, damit die Freiburger Bevölkerung im allgemeinen und Kinder und Jugendliche im besonderen Sport treiben können.

Zudem erscheint mir wichtig, dass Staat und Arbeitgeber die Freiwilligenarbeit – der Grundpfeiler des Schweizer Sports – anerkennen. Unkomplizierte Urlaube für sportliche Anlässe und die Ausbildung der Leiter und Trainer (wie J&S Ausbildungskurse) würden den Trainern und Leitern erlauben, ihr ehrenamtliches Amt einfacher auszuüben.

Aus eigener Erfahrung möchte ich zudem einen letzten Punkt erwähnen. Mit Blick auf Leistungssport ist wichtig, dass Jugendliche im Kanton Freiburg die Chance erhalten, Sport und Ausbildung unter einen Hut zu bringen. Dafür brauchen wir Schulen, Gymnasien, Universitäten und Lehrstätten den jungen Sportlerinnen und Sportler entgegenkommen, damit sie sich sowohl sportlich als auch schulisch entfalten können. Allzu häufig kommt es vor, dass junge Talente aufgrund der Ausbildung die erforderlichen Trainingsstunden nicht erreichen können. Dies kann dazu führen, dass sie ihre Berufsausbildung ausserhalb des Kantons Freiburg absolvieren müssen. Letztlich ist auch der Schritt in das Berufsleben für viele Sportlerinnen und Sportler eine grosse Herausforderung. Für viele talentierte Sportlerinnen und Sportler im Kanton Freiburg ist es äusserst schwierig, einen Arbeitgeber zu finden, der sie unterstützt und ihnen eine gewisse Flexibilität entgegenbringt.

Was hätten die Kürzungen bei Jugend- und Sport bewirkt, die Jean-François Steiert erfolgreich bekämpft hat ?

J&S ist eine einzigartige Einrichtung, eine der wichtigsten Institutionen des Schweizer Sports und für viele Vereine existenziell. Ohne ihre Ausbildungen, finanzielle Unterstützungen, Leiterentschädigungen oder Beiträge an Lager wäre der Schweizer Nachwuchssport kaum funktionsfähig. Deshalb war es enorm wichtig, dass Jean-François Steiert die Kürzung der J&S-Beiträge durch den Bund weitgehend verhindern konnte. Kürzungen wären meines Erachtens nicht nur unverständlich, sondern auch schädlich für den Sport. Dies wäre zudem aus gesundheitspolitischen Überlegungen nicht sinnvoll.

Meine Verbundenheit mit dem Kanton Freiburg

Ich bin Freiburgerin und in Düdingen aufgewachsen. Trotz mehrjährigen Aufenthalten in anderen Kantonen (Jura, Waadt, Zürich, Bern) bin ich immer wieder gerne nach Freiburg zurückgekehrt. Als Tochter einer französischsprechenden Mutter und eines deutschsprechenden Vaters fühle ich mich in einem zweisprachigen Kanton besonders wohl und bin stolz auf unsere Zweisprachigkeit. (Diese könnte meines Erachtens aber noch weiter ausgebaut werden, beispielsweise indem der Kanton zweisprachige Primar- und Sekundarschulen zur Verfügung stellt). Abgesehen davon, dass ich Greyerzer Käse liebe und an der Chilbi kaum genug kriege von den salzigen Sensler Brätzele, staune ich auch immer wieder über die schöne Freiburger Landschaft.



 
 
 

Nationalrat (SP / FR);

  • Mitglied der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) (Präsident der SP-Delegation)
  • Mitglied der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK)
  • Miglied der Subkommission Krankenversicherungsgesetz

 

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